Wappen der Familie von Zedlitz

Letzte Änderung:
04.09.2018, 20:18

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1 - Pleissenländische Zeit

Die ersten sicheren Erwähnungen des Geschlechts weisen in das sogenannte Pleissenland. So pflegte man vom 13. Jahrhundert ab die Teile des Pleisse- und MuIdegaus im ursprünglich thüringischen Osterland zu nennen, aus denen sich durch Überweisung eines größeren Eigenbesitzes des Kaisers Friedrich Barbarossa an das Reich (de dato Goslar 1. Januar 1158) ein besonderes Reichsgebiet mit Altenburg als Mittelpunkt gebildet hatte. Der Ort, der dem Geschlecht den Namen gegeben hat, alter Burgwart, jetzt Rittergut und Dorf an der Wyhra, liegt dort 2 km südsüdöstlich Borna in Sachsen. Grundeigentümer des Pleissenlandes war nach obiger Urkunde das Reich als solches. Die Hintersassen in diesem Gebiet gingen also unmittelbar vom Reiche zu Lehen und hießen ,,ministeriales imperii". Unter ihnen erscheinen hier wiederholt ursprünglich Edelfreie. Über die Erstbekundungen hinauf verlieren sich die Spuren von Herkunft und Ursprung in eine Zeit, wo sich feste Familiennamen noch nicht gebildet hatten und wo sich höchstens aus dem Wappen und seiner Verwandschaft mit dem anderer Geschlechter Zusammenhänge vermuten lassen. Das Schildzeichen der Zedlitz, die Schwertgurtschnalle mit dem gebrochenen Dorn, das sie nach den ältesten vorhandenen Siegeln schon bei ihrer Hereinkunft nach Schlesien führen - aus der vorschlesischen Zeit sind leider keine mehr erhalten - findet sich in nur unwesentlich anderer (meist viereckiger) Form bei einer Reihe ostfränkischer und thüringischer Geschlechter wieder: den Schwainingen, den Beringen und Raueck (später im GIatzischen), den Gansauge, Rust und den allein noch blühenden Wallenrodt (Burgruine bei Kronach, Oberfranken), bei diesen auch in denselben Farben und mit der gleichen Helmzier. Das läßt wohl den Schluß zu, daß alle diese Schildgenossen ursprünglich ein- und dieselbe im östlichen Franken beheimatete Sippe bildeten, von der sich dann ein Zweig, vielleicht bei der Eroberung und Neubesiedlung durch Wipprecht von Groitzsch (gestorben 1124), in den früher Sorbischen MuIde- und Pleissegau gewendet haben mag. Die Gegend dort zwischen Wyhra und Schnauder ist von Wipprecht mit Hilfe fränkischen Zuzugs kolonisiert worden. Bei den Wallenrodt findet sich - niedergeschrieben zu einer Zeit, wo in beiden Familien bestimmt keinerlei Bewußtsein eines Zusammenhangs und einer Wappenverwandtschaft bestanden hat (Anfang des 18. Jahrhunderts) - auch die gleiche Wappensage wie bei unserem Geschlecht (1). Sie wird dort auf Otto den Großen und die Schlacht auf dem Lechfelde bezogen. So gering natürlich der historische Wert solcher Sagen ist, sowohl denkbar bleibt es immerhin, daß die Sippe sich zum Teil bei der Wahl ihres Wappenzeichens an ein ehrenvoll in der Erinnerung der Nachfahren gebliebenes tatsächliches Geschehnis ähnlicher Art angeknüpft hat, das das Bewußtsein der Blutsgemeinschaft unter ihnen lebendig erhalten hatte und nun das Symbol dafür lieferte. In der Lechfeldschlacht hat übrigens nach zeitweilig ungünstigem Kampfesstand das Eingreifen des ostfränkischen Heerbanns den Sieg entschieden.

Heinrich (1) und Otto (2)

ministeriales imperii "et nostri", das ist des Bischofs (Bernhard von Naumburg), der in der Urkunde zwei Hufen zu Kochau (Kreis Weissenfels) an das Kloster Bosau schenkt.

Otto (2)

auch Zeuge in einer Urkunde Kaiser Philipps de dato Eger 23. Oktober 1203 betreffend Besitztausch des Markgrafen Dietrich von Meissen mit dem Kloster AltenzeIle.

Siffrid (3)

ist Zeuge bei Übereignung von Besitz in Pakau bei Altenburg durch den Markgrafen Dietrich an dasselbe Kloster.

Otto (5) und Heinrich (6)

stiften 1256 dem Bergerkloster in Altenburg 14 Höfe in der Stadt zu einer ewigen Lampe an der Grabstätte ihres Vaters in der St.-Otto-Kapelle des Klosters. Der mit Vornamen nicht genannte Vater ist mit höchster Wahrscheinlichkeit Heinrich (4), der 1253 in zwei Urkunden unter den ersten der zahlreichen Zeugen aufgeführt ist, also schon betagt gewesen und bald danach gestorben sein wird, Zeuge und Mitsiegler der Stiftung ist Heinrichs dictus de Vlugelsberg decanus Naumburgiensis, avunculus der Stifter (= Muttersbruder, jedenfalls Angehöriger des mütterlichen Geschlechts). Die Vlügelsberg (Flössberg) ebenso wie die bald danach mit den Zedlitz ebenfalls in Schlesien auftretenden Frohburg sind edelfreie Dynasten aus demselben Geschlecht wie die Burggrafen von Altenburg.

Heinrich (5)

Burggraf Albert von Altenburg schenkt dem dortigen Deutschritter-Ordenshaus 1277 Besitzungen in Gröba 10 km westlich Zedtlitz und 10 km nördlich Altenburg, die "nobilis vir Henricus de Cedeliz et filii fratis ipsius Ottonis bonae memoriae" von ihm zu Lehen hatten, ebenso 1281 Hufen in Jauern und Kürbitz, die vorher der von Cedeliz zu Lehen von ihm getragen hat. Auch früherer Lehnsbesitz Ottos (5) in Salzitz gelangt an das Deutschordenshaus (1279), desgleichen früher von Domino Heinrico de Tzedelicz veräußerte Hufen bei AItenburg 1286. Als Herren des Schlosses Zcedeliz urkunden 1303 Sifrid und Friedrich, genannt von Boz.

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